Fotomarathon Ulm 2015 – 8. Platz

Am Samstag den 16. Mai war es wieder soweit – der zweite Fotomarathon in Ulm fand statt. Nach dem es 2014 um Blockbuster ging, waren das Oberthema dieses Jahr „Im Märchenland„. Pünktlich um 10:00 Uhr wurde der erste Aufgabenzettel ausgegeben und so, wie alle Märchen, mit „Es war einmal …“ beginnen, startete auch der Marathon. Mit den alten Geschichten von den Gebrüdern Grimm, Anderson und aus Tausend und einer Nacht entschied ich mich meine Bilder in schwarz-weiß mit einer Tonung aufzunehmen.
Nach einige Probeaufnahmen zum Einstellen des Bildstiles ging es auch schon auf die Suche nach einem geeigneten Motiv, ein Biber am Donauufer hatte mir mein Motiv geliefert, „Es war einmal ein Bäumchen“:
Es war einmal

Auf den Weg zum ersten Motiv ist mir ein Zirkuszelt und Biertische aufgefallen, dort wollte ich nun das nächste Thema „7 auf einen Streich“ umsetzten, leider waren die Biertische und Bänke beim Blick durch den Sucher doch nicht mehr so attraktiv. Im Hintergrund der Aufnahme fiel mir aber ein Lattenzaun auf. Im Sucher passend 7 Latten abzählen und fertig war das zweite Foto:
7 auf einen Streich

Nun sollte es aus dem Park in Richtung Altstadt gehen, dort sollte sich doch ein „Märchenprinz“ finden lassen. Der Weg führte mich an dem Hotel an der Messe vorbei und aus dem Augenwinkeln sah ich den verwunschenen Prinzen, schön, groß und grün und was für große Augen er hat. Hier konnte ich gleich die nächsten beiden Themen ablichten:
Märchenprinz

und „Warum hast du so große Augen„:
Warum hast du so grosse Augen

Nach nicht einmal einer Stunde, schon vier Themen erledigt. Nun stellte sich die Frage „Wer ist die Schönste im ganzen Land“ – Warum nicht mal im Ulmer Tiergarten schauen? So einen stolzen Pfau mit aufgeschlagenen Rad habe ich mir vorgestellt, und in Zeiten von Conchita Wurst, warum nicht ein männliches Model für dieses Thema wählen. Leider war das Model sehr zickig und nicht bereit sich von seiner schönsten Seite zu zeigen und zog es vor nach einem längeren Spaziergang durch den Park in der hinteren Ecke eines Geheges sich endgültig der Arbeit zu verweigern. Die Suche nach einer Alternative rückte die vielen blühenden Blumen in meinen Blick, die sich alle in der Sonne präsentierten und man es schwer hatte die schönste zu finden:
Wer ist die schönste im ganzen Land

Für „Wer knabbert an meinem Häuschen“ habe ich ein altes Fachwerkhaus in Aussicht:
Wer knabbert an mein Häuschen

Das schiefe Haus fand ich bereits am Vorabend, so dass die erste Hälfte des Marathons recht reibungslos zu Ende gegangen ist und ich mich nun zur Zwischenstation begeben konnte…

Des Kaisers neue Kleider“ bereiteten mir die größten Schwierigkeiten. Einen nackten Menschen in Ulm, während der Mittagszeit zu finden, war leider nicht möglich. Wenn schon kein richtiger Mensch, dann vielleicht eine unbekleidete Schaufensterpuppe. In mehreren Geschäften bekam ich nur Absagen, oder den Rat am Montag den Schauwerbegestallter danach zu fragen – nicht wirklich eine Option für den Fotomarathon und seinen Zeitplan. Von einem öffentlichen Spinnrad habe ich auch keine Spur entdecken können, trotz des Schneiders von Ulm war unsichtbarer Stoff nicht zu bekommen. So lief ich relativ hoffnungslos durch die Stadt und verwarf eine abwegige Idee nach der anderen. An einer Reinigung änderte ich dann mein Plan und fotografierte alle alten und sichtbaren Kleider des Kaisers ordentlich aufgehängt mit „unsichtbarer“ Folie geschützt:
Des Kaisers neue Kleider

Nun brauchte ich etwas Doping und suchte mir ein nettes Café. Der Gedanke an einen guten Kaffee und frischen Kaffeebohnen lieferten das Motiv für „Die Guten ins Töpfchen„:
Die Guten ins Töpfchen

Nun wurde es doch etwas hektisch, das die letzten vier keine 90 Minuten hatten. „Hans im Glück“ war die nächste Aufgabe. Zurück zum Zoo laufen um nach einer Gans oder einem Schwein als Motiv zu suchen fiel daher aus. Ein großer Goldklumpen, mit dem Hans nach sieben Jahren entlohnt wurde und das Tauschen begann, wollte ich nicht suchen. In München gibt es eine Burger-Kette mit diesem Namen, leider nicht in Ulm. Zum Glück sah ich dann diesen Brunnen in dem Hans die schweren Steine verlor, als er sich erfrischte und vor Glück einen Reigen tanzte:
Hans im Glueck

Das Versteck Alibabas zu finden, war kein so großes Problem. Mit „Sesam öffne Dich“ war eine verschlossene Tür schon ein zwingendes Motiv:
Sesam öffne dich

Wer erinnert sich nicht an das „Sommermärchen“? Mein Sohn geht fast nie ohne einen Fußball durch die Gegend, also dachte ich mir, auch in Ulm wird es ein Kind geben, das mir dann seinen Fußball für ein Foto leihen würde. – Das war die Theorie – pratisch ist mir kein Fußball über den Weg gelaufen. Die Zeit wurde langsam knapp. Auf dem Weg, einen Fußball als Requisite zu kaufen, sah ich diese märchenhaften Eisbecher:
Sommermaerchen

Das letzte Thema, der übliche Schluss eines Märchens „und wenn sie nicht gestorben sind …“ geisterte mir immer mit einem Friedhof oder Bestatter durch den Kopf, was komplett das Gegenteil von benötigten Thema war. Auch ein Schlenker durch das Münster lieferte kein „Ewiges Leben“ als Motiv. Aber mir kam der Gedanke das, wenn sie nicht gestorben sind, sie immer wieder Geburtstag feiern, somit „Happy Birthday“ für alle Märchenhelden:
und wenn sie nicht gestorben sind

Alle Fotos vor 16:00 Uhr gemacht, rechtzeitig abgegeben und einen guten  Fotomarathon erlebt. Vielen Dank an das Team um Michael, welches einen tolle Veranstaltung organisiert hat. Wenn es 2016 wieder einen Fotomarathon gibt werden wir uns bestimmt wieder sehen, falls es nicht schon am 12. Juli dazukommt 🙂

Share