Stativ / Stativsystem was ist zu beachten

Ein Arbeitskollege fragte mich nach einer Empfehlung, welches Stativ er für eine USA Reise kaufen soll. Für eine fundierte Empfehlung fehlen mir die aktuellen Marktkenntnisse, aber ich konnte für meinen Kollegen eine „kurze“ Zusammenfassung geben, worauf man beim Stativkauf achten soll, bzw. welche Kompromisse man eingehen muss wenn man sich nicht komplett finanziell ruinieren möchte und nebenbei, kann man auch einwenig einschätzen, was der Verkäufer versucht einem aufzuschwatzen oder erkennen, wo der Haken bei den Schnäppchen ist.

Diese Zusammenfassung möchte ich nun hier auch veröffentlichen.
Für die Auswahl eines Statives kann man drei Eigenschaften genauer betrachten:

  1. Stabilität
  2. Gewicht
  3. Kosten

Alle diese Bereiche sind voneinander abhängig und es ist nur für jeweils zwei Bereiche möglich, das Optimum zu finden:

  • stabil & leicht = teuer
  • leicht & günstig = instabil
  • stabil & günstig = schwer

Die Preisspanne für ein Stativ geht von 30€ bis in den 4-stelligen Bereich

Man kann Stativ schlecht ohne Stativkopf und Wechselplatte nutzen, daher sehe ich das Stativ als ein System an.

Das einfachste wäre, ein Einbein-Stativ für Teleaufnahmen bis 1/10 Sek als Stabilisator zu verwenden. Mit heutigen Stabilisatorlösungen in Kameras / Objektiven gibt es eigentlich kaum noch einen Grund sich ein Einbein anzuschaffen. Für Profi-Sportfotografen mit 400 mm und mehr sieht das ganz anders aus.

Wenn es um das leichte Gepäck auf einer Wanderung geht, gibt es auch schon Wanderstöcke mit integriertem Stativgewinde

Eine weitere günstige Alternative wäre der Bohnensack (Kirschkernkissen) zur Kamerastabilisierung. Wenn man nicht nur bodennah fotografieren will, muss man immer in geeigneter Höhe eine Ablage für den Bohnensack finden.

Jetzt wird’s ernst, nun geht es um das Dreibein Stativ. Diese Art von Stativen steht auch allein und ist daher auch für Langzeitbelichtungen > 1/10 sek geeignet. Es gibt diese Stative aus verschiedenen Materialien (Holz, Alu, Carbon, Basalt).

Holz als Stativ Material ist schwingungsarm und stabil aber schwer und diese Stative sind nicht als kompakt zu bezeichnen. Es gibt auch z.B. von der Firma Berlebach das Ministativ mit 26 cm Packmaß, aber die max. Höhe ist mit 36 cm eher für das bodennahe Arbeiten gedacht.

Etwas leichter werden Stative aus Alu, aber hier verliert man etwas von der Schwingungsarmut gegenüber Holz-Stativen. Man sollte darauf achten, dass min. 2 Beine des Statives mit Moosgriffe o.ä. ausgestattet sind, um während der kalten Jahreszeit nicht daran festzufrieren und wenn man das Stativ über die Schulter trägt, es etwas gepolstert ist.

Leichter und auch schwingungsarm wäre dann ein Stativ aus Carbon, hier steigt aber auch der Preis deutlich an.

Die nächste Stufe der Optimierung würde man mit einem Stativ aus Basalt erreichen, noch leichter, immer noch schwingungsarm aber dann auch sehr teuer.

Die Höhenverstellung der Beine eines Stativs werden über zwei Verschlußarten arretiert a) Klemmverschluß oder b)  Drehverschluß. Ich selber komme mit Klemmverschlüssen gut zurecht, aber ich kenne mindestes zwei Personen, die sich die Finger damit einklemmen und deshalb auf Drehverschlüsse schwören. Dies ist definitiv eine Geschmacksfrage und hat keinen Einfluss auf die Funktion des Stativs.

Für die Stabilität eines Stativs ist auch die Anzahl der Beinsegmente wichtig, je weniger Segmente die Beine haben um so stabiler ist das Stativ. Andererseits sind mehr Segmente aber nötig, um es kompakt zu machen, was bei einer Reise oder beim Transport im Rucksack wichtig ist.

Bei der Angabe der max. Höhe eines Stativs muß man bedenken, dass hier später noch der Stativkopf mit ca. + 7-12 cm dazu kommt und, wenn man durch einen Sucher statt auf dem Display aufs Motiv schaut, kommen noch einmal 7-10 cm dazu, welche dann die Arbeitshöhe darstellen. Eine Mittelsäule sollte man nicht zum Erreichen einer bequemen Arbeitshöhe benötigen. Die Verwendung einer Mittelsäule sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen.

Die Angabe einer min. Höhe ist hauptsächlich für Makro-Aufnahmen bei bodennahen Aufnahmen von Interesse, hier ist eine Mittelsäule eher im Weg. Aber die Hersteller haben verschiedene Wege gefunden, um das Problem zu umgehen, zum einen ist es Teilweise möglich, die lange Mittelsäule komplett auszubauen und durch eine kurze zu ersetzen oder die Mittelsäule läßt sich teilen. Auch der Einbau um 180° gedreht wird von verschiedenen Stativen angeboten.

Da eine ausgezogene Mittelsäule Instabilität in das System bringt, sollte man darauf nur in Ausnahmefällen zurückgreifen und dann, nach Möglichkeit, nur 1/2 bis 2/3 der Mittelsäule nutzen.

Bei den Angaben zum Gewicht und Packmaß eines Statives muß man immer im Hinterkopf behalten, dass der Stativkopf und die Wechseleinheit auch noch dazu kommt.

Bei den Tragfähigkeits Angaben sollte man nur ca. 50% – 70% der Herstellerangaben in die Realität übernehmen, da diese Angaben zum Teil ohne Stativkopf gemacht werden und es keine einheitliche Messmethode gibt. Bei der Stativ Auswahl muß man das Gewicht der Stativkopf + Kamera + schwerstes Objektiv + ggf. Blitz berücksichtigen.

Auch bei Stativköpfen sollte man den Herstellerangaben zur Tragfähigkeit gegenüber eher misstrauisch sein und für Kamera + schwerstes Objektiv + ggf. Blitz auch nur 50% – 70% der Herstellerangaben nutzen.

Das endgültige Packmaß des Statives wird auch von den Abmessungen des Kopfes beeinflusst

Der Kugelkopf  trägt hier am wenigsten auf, er hat eine Arretierung für alle Richtungen, ggf. noch eine Stellschraube für die Friktion, manche besitzen noch eine eingebaute Panorama Funktion. Wenn hier ein günstiger Kopf gekauft wird, kann es sein, dass nach dem Feststellen der Ausrichtung noch ein absacken des Kopfes passiert, welches bei teureren Modellen nicht der Fall ist. Man kann hier am schnellsten arbeiten.

Bei 3D Neiger ist jede Achse einzeln einstellbar, dies ist in der Regel die günstigste Art von Stativköpfen. Ein schnelles Verstellen ist hier eher nicht möglich, aber das präzise Ausrichten kann dabei in Ruhe vorgenommen werden.

Wenn der Wunsch einer höheren Präzision vorhanden ist und die kleinste Änderungen vorgenommen werden sollen, kommt der Getriebneiger ins Spiel, hier werden die 3 Achsen über Stellschrauben mit einem Getriebe verstellt.

Eine Sonderform des Kugelkopfes stellen sogenannte Actiongrips dar, hier wird die Kugel mit einem Spanngriff statt über einen Drehgriff festgestellt.

Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf die Wechselplatten. Um nicht jedesmal das Stativ an die Kamera zu schrauben, kann man mit Wechselplatten schneller arbeiten. So kann man mehrere Kameras mit dem selben Stativ nutzen und z.B. zwischen Foto & Video wechseln oder das Teleobjektiv, welches eine Stativaufnahme hat, auch mit einer Wechselplatte versehen, um hier schnell den Befestigungspunkt tauschen zu können. Kleine Wechselsysteme gibt es z.B. von den Firmen Novoflex oder FLM, weit verbreitet bei verschiedenen Herstellern ist das Arca System, welches auch L-Schienen für Kameras im Programm hat, um einen Wechsel von Querformat zu Hochformat zu ermöglichen ohne den Stativkopf neu ausrichten zu müssen. Nach eigenen Angaben ist das Manfrotto 323 das verbreitetste Schnellwechsel System, dass auch von anderen Herstellen genutzt wird.

Weitere Informationen zum Thema Stative und auch Tests zu Stativen findet man hier: http://stativfreak.de/blog

Münchner Olympia Stadion

Das Münchner Olympia Stadion hatte seine sportlichen Highlights vor langer Zeit, seit dem ist es auf den Tribünen ruhig geworden. Der FC Bayern und 1860 München sind schon vor Jahren in die Allianz Arena in den Münchner Norden gezogen. Abgesehen von Fun Veranstalltungen, wie den Firmenlauf B2Run oder das DTM-Showrennen wird hier Leistungssport nicht mehr betrieben. Manchmal wird das Stadion noch durch Konzerte gefüllt, aber meistens ist es hier einsam. Die meisten Touristen schauen sich die bekannte Dachkonstruktion von ausserhalb des Stations oder vom Olympiaberg an und betreten das Stadion nicht. Diese verlassene Stimmung wird durch die Abwesenheit von Menschen verstärkt. Selbst das Bild mit einem Menschen, lässt diesen anonym und allein am Rande sitzen. Auch das helle Licht auf den Fotos zeigt nur deutlicher wie vergeblich die vielen Stühle im Betonoval auf ihre Nutzung warten. Perfekt geordnet, bereit den besten Blick in die Wettkampfarena zu bieten und doch nur ungenutzt der Zeit überlassen

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